Blackfacing – Ein Kommentar
Veröffentlicht: Februar 7, 2013 Einsortiert unter: Uncategorized Schreibe einen Kommentar »Denis Scheck, der oberste Literaturkritiker des öffentlich-rechtlichen deutschen Kulturfernsehens, schmiert sich schwarze Schuhcreme (Schminke) ins Gesicht und zieht sich weiße Handschuhe an, um den Stuttgarter Thienemann Verlag an den Pranger zu stellen. Dieser Verlag streicht die rassistischen Bezeichnungen “Neger” und “Zigeuner” aus den bei ihnen erscheinden Bücher von Otfried Preußler. Das schmeckt Denis Scheck nicht. Der “Negerkönig” soll weiter “Negerkönig” heißen, so seine Meinung. Warum man aber, um diese kundzutun, selber zum Rassisten mutiert, bleibt ein Rätsel. Blackfacing – so heißt das, wenn man sich Schuhcreme (Schminke) ins Gesicht schmiert – ist rassistisch. Aber davon hat man angeblich bei den Öffentlich-rechtlichen noch nie etwas gehört. Ein Kommentar.
Radia Obskura heute zu Blackfacing, Verschwörungstheorien und Wutbürgern
Veröffentlicht: Februar 6, 2013 Einsortiert unter: Uncategorized Schreibe einen Kommentar »Zu hören Mittwoch, heute den 06. Februar, von 19 – 20 Uhr bei Freies Sender Kombinat (Hamburg), Pi Radio (Berlin) und Radio Corax (Halle).
Verschwörung allerorten?
80 Jahre nach dem Rückfall der deutschen Gesellschaft in eine mordlüsterne verschwörungstheoretische Sekte, konnten Aufklärung sowie der Sachzwang der Dinge die Deutschen nicht von ihrem wahnhaften Weltbild abbringen. Im Studiogepräch gibt Blogbetreiber Martin Wassermann im Vorfeld der Esoterik Tage im Berliner AVZ Logenhaus Auskunft über die Verschwörungs- und Esoszene. Sind also die Anhänger abstruser Verschwörungstheorien heutzutage Einzelgänger oder sichtbare Spitze des Eisbergs?
Blackfacing – Ein Kommentar
Denis Scheck, der oberste Literaturkritiker des öffentlich-rechtlichen deutschen Kulturfernsehens, schmiert sich schwarze Schuhcreme ins Gesicht und zieht sich weiße Handschuhe an, um den Verlag Friedrich Oetinger an den Pranger zu stellen. Dieser Verlag streicht die rassistischen Bezeichnungen “Neger” und “Zigeuner” aus den bei ihnen erscheinden Bücher. So auch bei Pipi Langstrumpf von Astrid Lindgren. Das schmeckt Denis Scheck nicht. Der “Negerkönig” soll weiter “Negerkönig” heißen, so seine Meinung. Warum man aber, um diese kundzutun, selber zum Rassisten mutiert, bleibt ein Rätsel. Blackfacing, so heißt das, wenn man sich Schuhcreme ins Gesicht schmiert, ist rassistisch. Aber davon hat man angeblich bei den Öffentlich-rechtlichen noch nie etwas gehört. Ein Kommentar.
Stuttgart21
Kommt jetzt, wie es aussieht, doch nicht. Und wenn, dann nur für doppelt so teuer. Die schwäbische Volksseele kocht vor Wut. Wutbürger eben. Und letztenendes wird wohl der Bahnchef seinen Hut nehmen. Warum und wieso? Wir haken nach.
Blackface und das deutsche Kulturfernsehen. Brief an die “Druckfrisch”- Redaktion
Veröffentlicht: Februar 1, 2013 Einsortiert unter: Politik, Presse Schreibe einen Kommentar »Ein Brief zu Denis Schecks Blackface- Performance und den anschließenden Stellungnahmen von Denis Scheck und der “Druckfrisch”- Redaktion.
Sehr geehrte Redaktion!
Ihre Stellungnahme zu dem Beitrag “Denis Scheck über Sprachexorzismus” aus der Sendung vom 27. Januar 2013 lässt mich ratlos zurück. Sie verweisen tatsächlich auf eine Hamburger Othello- Inszenierung von 1976, um zu rechtfertigen, dass Denis Scheck 2013 in einem völlig anderen Kontext eine völlig anders geartete Blackface- Einlage zum Besten gibt?
Ich finde, dass man in der Sache, um die es in Herrn Schecks Kommentar ging, nämlich ob Begriffe in Kinderbüchern geändert werden sollen oder nicht, durchaus diskutieren kann. Ich glaube Ihnen auch, dass Herrn Scheck und der Redaktion nicht bewusst war, was man heute mit einer schlechten Minstrel- Show- Imitation im öffentlich-rechtlichen Fernsehen auslösen kann. Herr Scheck hat ja im Interview im Deutschlandfunk versucht, zu erklären, dass er wie im Karneval oder eben als eine Figur aus einem Kinderbuch habe auftreten wollen. Und dass er gar nicht mitbekommen habe, dass es eine Blackfacing- Diskussion gebe und es nicht sein könne, dass amerikanische moralische Werte auf die Welt ausgeweitet würden.
Das wirkt auf mich mindestens sehr unbedarft. Kann es wirklich sein, dass Herr Scheck und auch Ihre Redaktion noch so ungefähr im besagten Jahr 1976 leben? Dann möchte ich Sie gern einladen, eine kleine Zeitreise in das Jahr 2013 anzutreten, wo viele Zahlende von Rundfunkgebühren “satirische” rassistische Stereotypisierungen nicht mehr einfach hinnehmen, sondern heftig darauf reagieren. Das sind keine amerikanischen moralischen Werte. Kontext und Konnotation eines Begriffs oder eines Stilmittels ändern sich auch in Deutschland. Und auch in Deutschland leben viele Menschen, die sich durch Blackfacing diskriminiert fühlen und deren Erfahrungen man zu respektieren hat. Das könnte man vielleicht anerkennen und sich bei den Betreffenden entschuldigen, statt sich nur zu rechtfertigen und dabei auch noch plumpen Antiamerikanismus durchschimmern zu lassen.
Nein, es muss nicht “möglich sein, auch im Fernsehen das Theatermittel der schwarzen Schminke einzusetzen” und das auch noch mit weißen Handschuhen und passender Musik zu ergänzen, um das Ganze besonders albern und minstrel- artig aussehen zu lassen. Und es ist keine Entschuldigung, direkt oder indirekt zu sagen, man sei ja ahnungslos gewesen und das Problem seien sowieso die Anderen, die politisch Überkorrekten, die von US- amerikanischen Werten Beeinflussten.
Das finde ich beschämend, unsensibel und arrogant.
Ich persönlich fordere keine Entschuldigung von Herrn Scheck, da ich nicht zu den durch solche Verzerrungen Diskriminierten gehöre. Ich fordere aber Herrn Scheck und auch die Redaktion auf, das Problem des Alltagrassismus und der eigenen rassistischen Wahrnehmungs- und Handlungsmuster ernst zu nehmen und es wenigstens zu diskutieren und sich kritisch selbst zu hinterfragen, statt auf allen Kanälen unreflektierte Rechtfertigungen zu verbreiten. Dabei hoffe ich, dass das redaktionsintern nach einer solchen Publikumsreaktion schon lange passiert ist. Ich selbst muss mich als Weiße in einer weißen Mehrheitsgesellschaft auch immer wieder mit meinen eigenen verinnerlichten Rassismen auseinandersetzen, und ich erwarte von der Redaktion einer Kultursendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen das gleiche.
Mit freundlichen Grüßen,
A. Hartmetz
Zum Nachlesen und Nachhören hier die Stellungnahme der ARD und Denis Schecks Interview im Deutschlandfunk
Heute 19 Uhr Funkhaus Prenzlauer Berg mit Jenz Steiner und Moskaus Rache
Veröffentlicht: Januar 30, 2013 Einsortiert unter: Radiosendung Schreibe einen Kommentar »Zu hören Mittwoch, heute den 23. Januar, von 19 – 20 Uhr bei Freies Sender Kombinat (Hamburg), Pi Radio (Berlin) und Radio Corax (Halle). Subkultur aus P-Berg und den Nachbarbezirken, die sich nun bis nach Hamburg (FSK) und Halle (Corax) ausweiten. Mit Jenz Steiner und heute Moskaus Rache.
Während die Kinowelt noch im Django-Rausch ist, schauen wir zurück auf die Filmhelden der Achtziger. Diesmal im Funkhaus Prenzlauer Berg: Moskaus Rache für Rambo – ein einköpfiges Soundsystem, das mit alt- und neumodischen AgitProp-Klängen das Tanzverhalten der beherzten Berlinerinnen und Berliner nicht nur reformieren will, sondern radikal revolutioniert – mit Erfolg.
Unsere Hörerinnen und Hörer sind angehalten, die Sendung aufmerksam an den Empfangsgeräten zu verfolgen, Auswirkungen der übertragenen Klänge auf den eigenen Geistes- und Gemütszustand peinlichst genau zu dokumentieren und die Funkhaus-Redaktion fernschriftlich darüber zu informieren.
Information
- Das InformBüro der Rache Moskaus erreichen Sie unter: http://www.facebook.com/moskowsrache.furrambo/
- http://generationtapedeck.blogspot.com
- http://www.myspace.com/reifenwechsler
Heute ab 19:00 Uhr: Die sächsische Justiz sowie Antiziganismus in Ungarn
Veröffentlicht: Januar 23, 2013 Einsortiert unter: Uncategorized Schreibe einen Kommentar »Zu hören Mittwoch, heute den 23. Januar, von 19 – 20 Uhr bei Freies Sender Kombinat (Hamburg), Pi Radio (Berlin) und Radio Corax (Halle).
Die sächsische Justiz
Am 16. Januar verdonnerte das Amtsgericht Dresden einen Antifaschisten zu 22 Monaten Haft, weil er 2011 gemeinsam mit 20.000 Menschen Europas größten Naziaufmarsch in Dresden stoppte. Damit hat sich der Familienvater fast zwei Jahre Knast eingehandelt. Ohne Bewährung. Am 16. Januar wurden vom Landgericht Dresden 5 führende Mitglieder der verbotenen Neonazi-Gruppe Sturm 34 wegen schwerer Körperverletzung, Sachbeschädigung und Bildung einer kriminellen Vereinigung verurteilt. Immerhin. Das Strafmaß: Geld- und Bewährungsstrafen. Kein Knast für Nazis also. Sollten in Sachsen gesetzestreue Bürgerinnen und Bürger also lieber kriminelle und gewalttätige neonazistische Vereinigungen gründen – als gegen die alljährlichen Nazi-Aufmärsche in Dresden zu protestieren? Überraschen kann dieses Muster der handfesten Kriminalisierung von Nazi-Gegner jedenfalls nicht mehr. Und der nächste Prozess folgt im März. Dann wird der Jenaer Stadtjugendpfarrer Lothar König ebenfalls wegen schweren “aufwieglerischen” Landfriedensbruchs angeklagt. Auch er hat sich den Nazis in Dresden entgegengestellt.
Seine Tochter Katharina König ist seit 2009 im thüringischen Landtag und seit Bekanntwerden der Mordserie des “Nationalsozialistischen Untergrunds” Mitglied des NSU-Untersuchungsausschusses. Sie gibt uns Auskunft über die Sächsische Justiz. Mehr Infos unter: http://www.haskala.de
Antiziganismus in Ungarn
In den letzten Jahren haben sich Zahlreiche Bürgerwehren in Ungarn formiert, die verbotenen Paralmilitärs ‘Ungarische Garde’ formieren sich neu und treiben nun unter dem Namen ‘Neue Ungarische Garde’ ihr Unwesen, Politiker hetzen im Parlament, die rechtsextreme Jobbik-Partei gewinnt an Zustimmung. Den Rest des Beitrags lesen »
Diesmal bei Radia Obskura: Kirche von Unten | Antisemitisdebatten und Israel | Karel Čapek und die Roboter
Veröffentlicht: Januar 9, 2013 Einsortiert unter: Radiosendung Schreibe einen Kommentar »Zu hören Mittwoch, den 9. Januar, von 19 – 20 Uhr bei Freies Sender Kombinat (Hamburg), Pi Radio (Berlin) und Radio Corax (Halle). Aus dem Winterschlaf gerade halb erwacht, graben wir uns in der ersten Sendung des Jahres quer durchs Gemüsebeet:
KvU : Wir schauen, was mit der KvU gerade passiert. Da heißt es nämlich: Tschüss Subkultur! Im Prenzlauer Berg sind jetzt alle Bürgersteige hochgeklappt. Die Kirche von Unten (KvU) soll wirklich dichtmachen. Die Kneipe soll Eigentumswohnungen weichen und der Konzertsaal einer Tiefgarage. Nach einem EigentümerInnenwechsel sollte die KvU letzte Woche die Räume in der Kremmener Straße verlassen. Noch ist das nicht geschehen…
Zur Erinnerung: Die KvU war seit 1987, also seit DDR-Zeiten, feste Institution widerständigen Lebens in Ostberlin. Gegen die Verdrängung von Freiräumen und Subkultur aus der Berliner Innenstadt ist jedoch scheinbar kein Kraut gewachsen. Wir fragen ob es irgendwie weiter gehen kann. Was macht der Ostberliner Punk jetzt? http://kvu-berlin.de/ und alles Aktuelle hier: http://kvu.blogsport.de/
Israel : Gesine spricht mit unserer Auslandskorrespondentin Judith in Jerusalem über dies und das und Politik. Hier in Berlin, bzw. in Deutschland schlagen ja immer mal wieder Debatten über Antisemitismus Wellen. Zuletzt, als das Simon- Wiesenthal- Center den Verleger Jakob Augstein, wegen der Kritik an Israel in seiner Kolumne auf “Spiegel online” in die diesjährigen Top-Ten der antisemitischen/antiisraelischen Verunglimpfer aufnahm.
Wie ist das in Israel selbst? Interessiert das die Leute in Jerusalem und Tel Aviv? Oder hat man dort ganz andere Sorgen?
Karel Čapek und die Roboter : Wir erinnern an den tschechischen Journalisten und Schriftsteller Karel Čapek, der am 9. Januar 1890 geboren wurde. Čapek schrieb Kinderbücher, Reiseerzählungen und ein exzentrisches Gartenbuch. Bekannt ist er aber vor allem für seine Science Fiction Werke wie “Der Krieg mit den Molchen” und das Theaterstück “Rossumovi Univerzální Roboti” (R.U.R.). Wir hören Karel Čapek zu und denken über Roboter nach.
Wiederholung der Sendung bei Radio Corax (Halle) am 10. Januar von 10:10 Uhr bis 11:10 Uhr.
Endstation Tirana. Ein Reisebericht.
Veröffentlicht: Dezember 23, 2012 Einsortiert unter: Politik, Radiosendung Schreibe einen Kommentar »Zu hören Mittwoch, den 26. Dezember, von 19 – 20 Uhr bei Freies Sender Kombinat (Hamburg) und Pi Radio (Berlin). Bei Radio Corax (Halle) bereits schon ab 18:50 Uhr.
Ein Feature von Max Mönch und Marcel Polanski.
Als die Amerikaner begannen, ihr Super-Camp in Guantanamo zu füllen, bekam der war on terrorism allmählich Konturen. Hunderte Terrorverdächtige aus der ganzen Welt wurden hierher geflogen. Die Bilder aus Guantanamo von den Schlimmsten der Schlimmsten – the worst of the worst – wurden zu Nachrichtenikonen des neuen Jahrtausends. Wir lernten sie kennen, als knieende orangene Kreaturen mit schwarzen Ohrenschützern und dunklen Skibrillen. Es waren Abbilder einer neuen Dimension des Bösen, das die Vereinigten Staaten dabei waren zu bekämpfen…
Das Feature erzählt die unglaubliche Geschichte fünf junger Männer. Ahnungslos waren sie plötzlich auf dem Radar der Weltpolitik erschienen. Auf der Flucht vor der einen Weltmacht (China) landen sie plötzlich im Netz der anderen (USA) und verschwinden über Jahre von der Bildoberfläche – in Guantanamo. Bis sie schließlich wieder auftauchen – in Tirana, Albanien – und endlich ihre Geschichte erzählen können…
Der Autor Max Mönch wurde 1978 geboren und arbeitet in Berlin. Nach seinem Geschichtsstudium an der Humboldt-Universität konzentrierte er sich thematisch vor allem auf den Ostblock. Während der Recherche an einem Dokumentarfilm für den Bayerischen Rundfunk ist er in Albanien auf die vier Uiguren gestoßen. Gegenwärtig arbeitet er an diversen Dokumentarfilmprojekten (u. a. für 3Sat und Arte).
Marcel Polanski arbeitet und lebt in Berlin. Er arbeitete bei verschiedenen freien Radioprojekten (z.B, Herbstradio). Seit einigen Jahren arbeitet für das Freie Radio Pi Radio in Berlin.