Faschismustheorien: Begriffe und ihre Anwendung #198

Wie unterscheiden sich Faschismustheorien voneinander? Welche Theorien zu Faschismus/Faschismen erweisen sich als besonders erkenntnisreich für die historische und zeitgenössische Analyse und Interpretation politischer Phänomenen? Welche analytische und politische Kraft bringen diese Theorien für antifaschistische Praktiken mit sich? Diese Fragen besprach Radia Obskura mit Alexander Häusler und Mathias Wörsching, die sich schwerpunktmäßig damit befassen und 2020 dazu einschlägig publizierten (Details im Folgenden).

 

 

Mathias Wörsching hat im Mai 2020 den Band „Faschismustheorien: Überblick und Einführung“ im Schmetterling Verlag für die Reihe theorie.org veröffentlicht. Darin gibt er, teils unter Mitarbeit von Fabian Kunow, einen hilfreichen Überblick über die vielen verschiedenen Deutungsweisen der Faschismus als politischem Phänomen, die in den letzten mehr als 100 Jahren ausgearbeitet wurden. Mathis Wörsching, Historiker und Politologe, publiziert an verschiedenen Publikationsorten zu Faschismus und Rechtsradikalismus. Viele seiner Texte sind auf der verlinkten Seite faschismustheorie.de zu finden.

Im vergangenen März erschien in der Reihe Manuskripte der Rosa-Luxemburg Stiftung der Band „Faschismus in Geschichte und Gegenwart. Ein vergleichender Überblick zur Tauglichkeit eines umstrittenen Begriffs.“ Die beiden Autoren, Alexander Häusler und Michael Fehrenschild, verfolgen damit das erklärte Ziel, verschiedene Deutungen des Faschismus-Begriffs vergleichend aufzuarbeiten und auf ihre Relevanz für die politische Gegenwart zu befragen.

Alexander Häusler, Sozialwissenschaftler, ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei FORENA tätig, dem Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus/Neonazismus der Hochschule Düsseldorf.

„Crash Kurs Krise“: Einführung in das Funktionieren der Finanzmärkte mit Antonella Muzzupappa & Stephan Kaufmann #197

Was ist eine Krise? Was haben Krisen mit grundlegenden Funktionsweisen des Kapitalismus zu tun? Was ist Geld und was machen Banken eigentlich so? Wieso lässt sich ‚Spekulation‘ nicht nur auf die ‚bösen‘ Finanzmärkte und Börsenhandel beziehen? Diese und viele Fragen mehr besprechen wir mit Antonella Muzzupappa und Stephan Kaufmann, den Autor*innen des kürzlich bei Bertz+Fischer erschienen Einführungs-Buchs „Crash Kurs Krise“, in dem es genau darum geht. Sogar die Corona-Pandemie hat es noch in das Büchlein geschafft – so auch in unsere Sendung.

 

 

 

Tracklist

  • Pink Floyd – Money
  • Wanda Jackson – Money Honey
  • Katastrophy Wife – Moneyshot

(Anti-)Klassismus und Solidarität #195

(Anti-)Klassismus und Solidarität

Unter dem Titel „Solidarisch gegen Klassismus – organisieren, intervenieren, umverteilen“ arbeiten Francis Seeck (politische*r Bildner*in, Wissenschaftler*in) und Brigitte Theißl (Journalistin, Erwachsenenbildnerin) gemeinsam mit Autor*innen von fast 30 Textbeiträgen an einem Sammelband. Klassismus als weit gefasste Kategorie, die Diskriminierung, Ausgrenzung und Ausbeutung umfasst, wird darin aus sehr verschiedenen, auch intersektionalen Perspektiven in den Blick genommen. Im Vordergrund stehen dabei solidarische, widerständige, kollektive Praktiken, die sich auf selbst-/organisierte Weise gegen Klassismus – im Sinne von klassenbasierter Diskriminierung und Ausbeutung – richten.

Radia Obskura hat mit den Herausgeber*innen sowei mit 4 Autor*innen des Sammelbandes – Regina Amer (zu Wohnungslosen-Selbstorganisation), Richard (als Vertreter des Fikus bzw. Arbeiter*innenkinder-Referats an der Universität Münster), Janek Niggemann (über ’sorgende Theoriearbeit‘) und Philipp Schäfer (über Klassismus und Soziale Arbeit) – über das Buchprojekt gesprochen.

Bis 7. Juni 2020 kann das Vorhaben finanziell über die unten verlinkte Crowdfunding-Initiative unterstützt werden. Der Band soll im Herbst 2020 erscheinen.

 

 

 

Links

Einige Beteiligte Initiativen & Personen:

Linksammlung von den Hgg*innen zum Thema:

Corona in Rojava/ Nordostsyrien: Pandemie, Krieg und Selbstverwaltung – präsentiert von Café Rojava #194

 

Banner zur Sendung von Café Rojava

 

Seit 2013 bauen die Menschen in Rojava eine basisdemokratische, kooperative und geschlechtergerechte Gesellschaft auf. Zum Embargo, türkisch-djihadistischer Invasion und dem Assad-Regime kommt nun noch eine neue Gefahr hinzu:

Das COVID-19. Was bedeutet das für die Bevölkerung vor Ort? Wie funktioniert demokratische Selbstverwaltung in einer Pandemie? Wie funktioniert die Gesundheitsversorgung im freien Rojava in Zeiten von Corona?

Darüber wollen wir mit mehreren Leuten reden, die vor Ort im Gesundheitssystem und der Gesellschaft aktiv sind.

Hinweis: Das Interview mit Jiyan hat sich aufgrund der aktuellen Lage vor Ort leider nicht mehr durchführen lassen.

 

 

Die vollständige Sendung inkl. Musik ist aus rechtlichen Gründen ausschließlich auf Mixcloud nachzuhören.

 

Links

Soziale Proteste in Chile: Wo der Neoliberalismus begonnen hat, da soll er auch enden #193

#ChileResiste

Im Oktober 2019 starteten umfassende Proteste in Chile – zunächst gegen eine geplante Fahrpreiserhöhung des ÖPNVs. Daraus entwickelte sich mit der Zeit – und gegen massive Repressionen und Polizeigewalt mit zahlreichen Verletzten und Toten – eine Massenbewegung und ein popularer Aufstand mit einer breiten Palette an progressiven politischen Forderungen. Aktuell ist ein Verfassungsreferendum geplant, das im April stattfinden soll.

Auf einer Veranstaltung der Interventionistischen Linken Berlin am 7. Februar 2020 in Berlin gab es mehrere Inputs und eine Diskussion dazu. Einer der Diskutant*innen, Leonel Yáñez, Journalist, Uni-Professor und ehemaliges Mitglied der Kommunistischen Jugend im Widerstand gegen die Diktatur, hat sich einverstanden erklärt, dass sein Input aufgezeichnet und ausgestrahlt werden darf. Damit starten wir inhaltlich in die Sendung, da er eine allgemeine Verortung der Proteste vornimmt sowie die Genese nachzeichnet.

 

Anschließend folgt ein Gespräch mit Anna Landherr und Jakob Graf, die sich in ihren soziologischen Doktorarbeiten an der Universität Jena u.a. mit der politischen Ökonomie Chiles befassen.

 

Links

Tracklist

  • „somos sur“ von Anita Tijoux:
  • „El otro Chile“ von portavoz
  • „30 pesos“ von desmak
  • „El pueblo unido“ gesungen von Inti Illimani

 

 

Wider alle Rassismen: Initiative Oury Jalloh & Amaro Foro/Dokumentationsstelle Antiziganismus #192

Initiative in Gedenken an Oury Jalloh

„15 Jahre Kampf um Aufklärung und Gerechtigkeit für Oury Jalloh!

Am 7. Januar 2005 wurde Oury Jalloh hier in Dessau rechtswidrig in Polizeigewahrsam genommen. Er wurde mit Gewalt in das Revier in die Wolfgangstraße 25 gebracht. Polizeibeamte haben ihn dort in der Zelle 5 auf eine schwer entflammbare Matratze an Händen und Füßen fest gekettet. Nur wenige Stunden später ist er bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.“

Am 7. Januar 2020 versammelten sich zum wiederholten Male solidarische Personen in Dessau, um gegen die Verhinderung der Aufklärung des Todes von Oury Jalloh sowie allgemein gegen strukturellen und institutionellen Rassismus in der BRD zu demonstrieren. Zwei Vertreterinnen der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh waren in der Berliner Runde vom 8.1. im Studio und fassten die skandalträchtigen Geschehnisse der letzten 15 Jahre zusammen bzw. berichteten von aktuellen Schritten der Initiative.

 

 

Amaro Foro

„Amaro Foro e.V. ist ein transkultureller Jugendverband von Roma und Nicht-Roma mit dem Ziel, jungen Menschen durch Empowerment, Mobilisierung, Selbstorganisation und Partizipation Raum zu schaffen, um aktive Bürger*innen werden zu können. Als junge Roma und Nicht-Roma übernehmen wir gemeinsam Verantwortung für Achtung und gegenseitigen Respekt in der Gesellschaft.“

Im Gespräch mit Andrea Wierich sprach Radia Obskura über die vielfältigen Tätigkeiten des Vereins sowie über die gesellschaftliche Relevanz. Einen besonderen Schwerpunkt legten wir hierbei auf das Projekt DOSTA:

Dokumentationsstelle Antiziganismus (DOSTA)

Ein Projekt von Amaro Foro ist die Dokumentationsstelle Antiziganismus (DOSTA) für den Raum Berlin: „Das Projekt erfasst systematisch antiziganistisch motivierte Vorfälle und stärkt die Opfer der Diskriminierung.“ Das Projekt zielt neben der Dokumentation antiziganistischer Vorfälle und Übergriffe auf Beratung, Aufklärung und Empowerment der Betroffenen. Im Oktober 2019 wurde ein 5-Jahresbericht für die Jahre 2014 bis 2018 veröffentlicht, der vollständig online zur Verfügung steht (Link siehe unten). Diesen nehmen wir zum Anlass für einen Rück- und Ausblick für die Arbeit von Amaro Foro.

 

 

40 Jahre RAV // VVN-BdA & die Gemeinnützigkeit #191

40 Jahre RAV

Der RAV – Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein e.V. – ist 40 Jahre alt und feierte Ende November in Berlin. Über die Tätigkeiten des Vereins – unter anderem über Perspektiven für das #unteilbar-Bündnis sprachen wir mit Lukas Theune, Rechtsanwalt und Geschäftsführer des RAV. Außerdem berichtete von den Ergebnissen seiner abgeschlossenen Doktorarbeit über Polizeibeamt*innen im Zeugenstand bei Strafverfahren, die 2020 im Nomos Verlag erscheinen wird.

 

 

VVN-BdA: Antifaschismus ist gemeinnützig!

Anfang November 2019 wurde der VVN-BdA – Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten – die Gemeinnützigkeit entzogen. Begründet wurde dieser Schritt des Finanzamts mit der Nennung des Vereins im Verfassungsschutzberichts in Bayern. Aufgrund einer neuen Direktive kann dieses Argument dafür herangezogen werden. Der VVN-BdA wehrt sich nun gegen den Entzug der Gemeinnützigkeit. Darüber sprachen wir mit Markus Tervooren von der VVN-BdA. Durch Briefe an den Berliner Finanzsenatur, neue Mitgliedschaften und die Unterzeichnung der unten verlinkten Petition kann der Verein unterstütz werden.

 

 

Marx und die Roboter #190

Unter dem Titel „Marx und die Roboter“ erschien Mitte des Jahres ein Sammelband im Karl Dietz Verlag, der sich in 18 Beiträgen genau damit befasst:

Wie lassen sich, unter Rückgriff auf den reichhaltigen Fundus Marx’scher Theorie, diese vielen neuen oder ’neuen‘ Phänomene begreifen, von denen es immer heißt, dass sie unser Denken, Leben, Wahrnehmen, Arbeiten usw. revolutionieren (werden)?

Im Untertitel werden „Vernetzte Produktion, Künstliche Intelligenz“ genannt; darüber hinaus werden auch Schlagworte wie Industrie 4.0, Robotik, Big Data (Analytics), Automatisierung, Quantified Workplace oder Crowdwork in ihren ideologischen Lagerungen und ihren bisherigen und potenziellen materiellen Auswirkungen auf das Verhältnis von Arbeit und Kapital analysiert.

Wir sprechen im Studio mit den beiden Herausgeber*innen des Bandes: Florian Butollo und Sabine Nuss. Beide beschäftigen sich schon länger intensiv mit der Relation Kapitalismus-Technologie.

 

 

 

Tracklist

  • Krach der Roboter – FFRRTT!!
  • Kraftwerk – Die Roboter (US-Rap-Mix)
  • The Flight of the Conchords – The Humans Are Dead
  • Depeche Mode – Master and Servant
  • Das Modul – Robby Roboter

Alles Faschismus oder was?

Unter dem Titel „Alles Faschismus oder was?“ versammelten die Rosa-Luxemburg-Stiftung, das Münzenberg-Forum und der Dietz Verlag im Mai 2019 in Berlin insgesamt sechs Expert*innen. Wir danken für die Freigabe des Audio-Materials, das nun auch über freie-radios.net zur Verfügung steht. Die Beschreibungen sind der Veranstaltungsankündigung entnommen, die Songs der Tracklists wurden in den einzelnen Sendungen eingespielt. Alle Veranstaltungen sind auch als Videos nachsehbar unter: https://www.rosalux.de/dokumentation/id/40479/

„Von Rechtspopulismus bis (Proto-)Faschismus geistern eine Vielzahl von Begriffen durch die Debatten und Feuilletons, um den aktuellen gesellschaftlichen Rechtsruck nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa und weltweit, zu beschreiben.

Die Veranstaltungsreihe «Alles Faschismus oder was?» in Berlin möchte Klarheit schaffen. Verschiedene der strittigen Begriffe sollen diskutiert und Faschismuskonzepte auf ihre Anwendbarkeit auf heutige Phänomene abgeklopft werden.“

 

Teil 1 am 7. Mai 2019

Bonapartismus reloaded (Vorträge von Ingar Solty und Gerd Wiegel)

Von Ungarn über Italien bis Brasilien: Der Autoritarismus ist zurück.
Berlin, 7.5.2019

Weltweit stehen Presse-, Meinungsfreiheit und weitere Grundrechte zur Disposition. Auf der Suche nach Erklärung wird auch Bezug auf Marx und seinen Bonapartismuskonzept genommen. Wie viel Louis Napoleon Bonaparte in Donald Trump steckt und was uns Marx‘ Analyse heute noch zu bieten hat, diskutieren Ingar Solty, Referent für Friedens- und Sicherheitspolitik der Rosa-Luxemburg-Stiftung und Gerd Wiegel, Fraktionsmitarbeiter zu Rechtsextremismus/Antifaschismus der Bundestagsfraktion der Partei DIE LINKE. Beide sind Autoren im Sammelband «Die neuen Bonapartisten. Mit Marx den Aufstieg von Trump & Co. verstehen».

 

 

Tracklist

Das Kapital: Elegie 1939, Solidaritätslied, An den kleinen Radioapparat

 

Teil 2 am 14. Mai 2019

Alter Faschismus in neuen Schläuchen? (Vorträge von Roger Griffin und Volkmar Wölk)

Gibt es einen ideologischen Kern von Mussolini über die AfD bis zu Bolsonaro?
Berlin, 14.5.2019

Die so genannte Neue Rechte reklamiert für sich einen Bruch mit dem historischen Faschismus. Doch gibt es einen ideologischen Kern von Mussolinis italienischen Schwarzhemden über die AfD und Identitäre Bewegung bis hin zu Salvini, Duterte und Bolsonaro? Sind die klassischen Faschismustheorien tauglich, um die heutigen «Faschismen» zu beschreiben, nützen sie in der gegenwärtigen Diskussion und wenn ja, was?

Mit dem Faschismusforscher und emeritierten Geschichtsprofessor Roger Griffin aus Oxford und dem besten Kenner der europäischen Neuen Rechten, Volkmar Wölk, diskutieren zwei ausgewiesene Schwergewichte diese für einen linken Diskurs so brennende Frage.

 

 

Tracklist

Otoboke Beaver: 6 day working week is a pain, I’m tired of your repeating story, Mean

 

3. Teil am 21. Mai 2019

Europa und die Rechten (Vorträge von Jan Rettig und Carina Book)

Seit Jahren sind rechte Parteien auf dem Vormarsch in Europa. Sie stellen Regierungen, sind an Regierungen beteiligt, übernehmen zentrale Posten und bilden auch auf europäischer Ebene eigene Netzwerke, im Europäischen Parlament Fraktionen. Ein wesentlicher Punkt ihrer Agenda ist nicht nur EU-Kritik, sondern oft sogar die Abschaffung der EU. Mit dem zentralen Widerspruch, dass sie sich in ein Parlament wählen lassen, das sie am liebsten abschaffen würden, gehen sie entspannt und kreativ um.

Welche Europastrategien in diesen (völkisch-)nationalistischen Parteien und Bewegungen vorherrschen, welche Auswirkungen der am 26. Mai zu erwartende Rechtsruck auf Parlament und EU haben könnte und welche linken Gegenstrategien daraus folgen, darüber sprechen Jan Rettig, Politikwissenschaftler an der Uni Bremen, und die Autorin und Politikwissenschaftlerin Carina Book.

 

 

Tracklist

Kchuttnbruntza: Fern von Europa, Bury Your World, Eternal Winter

Kapitalismus als Gefängnis / im Museum #186

Museum des Kapitalismus

Der Kapitalismus im Museum? Wie geht denn das – der ist doch noch höchstlebendig, sollten wir denken. Trotzdem gibt es ein Museum des Kapitalismus in Berlin (nunmehr seit über 1 Jahr in der Köpenicker Str. 172, vorher an verschiedenen Orten), das als ein „Museum von unten“ (Selbstbezeichnung) versucht, auf verschiedene, kreative & interaktive Weise verständlich zu machen, was ‚den Kapitalismus‘ ausmacht, was er mit uns zu tun hat und schließlich auch, ob er wirklich so alternativlos sei, wie viele geneigt sind zu denken: „Ein Erkunden von dem was um uns ist, um zu begreifen, was es sein könnte.“ – Das Motto steht auf der zugehörigen Homepage http://museumdeskapitalismus.de/ Anlässlich des Sommerfestes am 15. Juni 2019 hat Radia Obskura mit einem der Macher*innen über das Museum gesprochen.

Übrigens: Mitmachen ist herzlich erwünscht! Sucht auf der Website nach den Kontaktdaten..

 

 

Gefangen im Kapitalismus

Nun ist es sicherlich kein Zufall, dass die dreiteilige Veranstaltungsreihe der kapitalismus- und überwachungskritischen Berliner Gruppe Seminar für angewandte Unsicherheit [SaU] zum Thema Gefängnis und Armut mit dem Titel „Gefangen im Kapitalismus“ just im Museum des Kapitalismus stattfand. Aus dem Veranstaltungstext:

„In unser aktuellen Veranstaltungsreihe wollen wir die vielschichtigen Verflechtungen von Armut und Gefängnis im neoliberalen Kapitalismus in den Blick nehmen. Armut hat eine strafverschärfende Wirkung, die sich besonders deutlich bei der Umwandlung von Geldstrafen in Ersatzfreiheitsstrafen zeigt. Aber auch überproportional viele People of Color müssen Haftstrafen absitzen. Welche gesellschaftlichen Verhältnisse und juristischen Vorgehensweisen führen zu dieser Auswahl? Mit einer Gleichheit aller vor dem Gesetz ist es offenbar nicht so weit her.“

Am ersten der drei Termine referierten die Frankfurter Soziologin/Kriminologin Helga Cremer-Schäfer und die Initiative „Entknastung!“ bei der Naturfreundejugend Berlin zum übergreifenden Thema der Reihe. Den ersten der beiden Vorträge, von Helga Cremer-Schäfer, wollen wir euch in dieser Sendung quasi ungekürzt zum Hören geben. Dankenswerterweise haben die Organisator*innen des SaU – die auch schon mal bei Radia Obskura im Studio waren – uns die Aufnahmen zur Verfügung gestellt: vielen Dank dafür! Auf der Seite des SaU finden sich übrigens zahlreiche Mitschnitte vergangener Veranstaltungen – vielleicht ja auch bald die der jüngsten..

 

 

Tracklist

  • Lafote – Wir könnten sagen, es ist gut so, wie es ist
  • Yugen Blakrok – Metallik Crow (ft. Jak Tripper)
  • Kchuttnbruntza – Koaschianlond
  • Das Kapital – Marche pour la cérémonie des Turc