Kritik an Recht / Kritik an Rechten #159

Rechtskritik mit Louis Althusser – Marx-Frühjahrsschule 2017

„Durch die Funktionsweise der Kategorie des Subjekts ruft jede Ideologie die konkreten Individuen als konkrete Subjekte an.[…] Man kann sich diese Anrufung nach dem Muster der einfachen und alltäglichen Anrufung durch einen Polizisten vorstellen: »He, Sie da!« Wenn wir einmal annehmen, daß die vorgestellte theoretische Szene sich auf der Straße abspielt, so wendet sich das angerufene Individuum um. Durch diese einfache physische Wendung um 180 Grad wird es zum Subjekt.“

Diese Stelle aus dem Aufsatz von Louis Althusser mit dem Titel „Ideologie und Ideologische Staatsapparate“ (1970) ist wohl eine der bekanntesten Stellen, wenn nicht die bekannteste aus seinem Werk. Die zweitbekannteste Stelle ist keine Textstelle, sondern eine biografische – und zwar die, an der der marxistische Philosoph, der mehrfach psychiatrisch behandelt wurde, 1980 seine Frau erdrosselte. Soweit so banal, denn diese zwei Hinweise alleine werden ihm und seinen Arbeiten keineswegs gerecht. Gemeinsam mit seinen Schülern (ja, nur Männer..; 1965) erschloss er Marx‘ „Das Kapital“ für die französische Philosophie und erarbeitete in Auseinandersetzung damit (aber auch mit Psychoanalyse, Lingustik oder Antonio Gramscis Werk) Grundzüge einer marxistischen Ideologie- und Staatstheorie.

Welche Relevanz weist Althussers Werk heute auf? Inwiefern hilft uns seine Auffassung von Subjekt, Ideologie und Staat, die Gegenwart besser zu verstehen? Und welche Rolle kommt ihm für die Rechtstheorie und Rechtskritik zu? Um diese und viele Fragen mehr zu diskutieren, lädt die AG Rechtskritik von 5. bis 7. Mai zur III. Marx-Frühjahrsschule mit dem Titel „Rechtskritik mit Althusser“. Was sehr abstrakt und abgehoben klingt, ist in ein zugängliches Workshopformat eingebettet. Ein Reader wird zur Verfügung gestellt, der aber nicht notwendig vorab gelesen werden muss. Drei Panels mit Expert*innen beleuchten einzelne Aspekte des Feldes, ansonsten wird in Gruppen mit verschiedenem Vorkenntnis-Stand gelesen und der Reader gemeinsam erschlossen. Die Tagung kann für 10 Euro besucht werden und findet in der Schule für Erwachsene (SfE) in den Mehringhöfen in X-Berg statt.

https://rechtskritik.wordpress.com/

 

 

Kein Platz der AfD in Berlin-Pankow am 1. Mai!

Mal was andres am 1. Mai? Na, los geht‘s! Maximilian Schirmer, Mitglied des BVV in Berlin-Pankow (LINKE) berichtet von der geplanten Veranstaltung der AfD – und den geplanten Protesten dagegen..

„Für den 1. Mai plant die AfD ein Fest im Bürgerpark Pankow. Bratwurststände, Hüpfburg und Bühnenprogramm mit Reden der AfD-Prominenz sollen die Parteibasis auf den kommenden Wahlkampf einschwören. Wir werden diese Show nicht unkommentiert lassen und rufen dazu auf am 1. Mai gegen die Rechten zu protestieren.
1. Mai 2017 | ab 12:30 Uhr | Bürgerpark Pankow
In und um den Park: Gegenprotest, Kundgebungen, Infostände
Anreise: 11.30 Uhr, S-Bhf. Gesundbrunnen (Gleis 4)“

Aufrufende Gruppen für den 1. Mai in Pankow: Aufstehen gegen Rassismus Berlin (AGR), Berliner Bündnis gegen rechts (BbgR), Chili – Treptow-Köpenick, Deutsche Kommunistische Partei Berlin (DKP), Die LINKE, Solidarische Jugendbewegung (SJB), North East Antifa (NEA)

https://linksunten.indymedia.org/de/node/210418

 

 

Tracklist

  • Lianne Hall – The Caretaker
  • Christiane Rösinger – The Joy of Aging

Border Struggles / Broader Struggles #158

Summer of Migration: Grenzregime und Border Struggles

Unter dem Titel „Grenzregime 3 – Der lange Sommer der Migration“ ist Ende 2016 bei Assoziation A ein Sammelband mit etwa 20 Beiträgen zu ebendiesem Thema erschienen. Für den Band zeichnet kritnet, das Netzwerk für kritische Migrations- und Grenzregimeforschung, verantwortlich. Die Autorinnen und Autoren der Texte eint eine Perspektive der „border struggles“, die „Flucht_Migrierende“ in ihrem (politischen) Handeln untersucht und richtet sich damit theoretisch, empirisch und strategisch gegen ihre medial überpräsente Darstellung als ‚Hilflose‘ oder ‚Hilfsbedürftige‘. Wir telefonieren mit Sabine Hess, Mitglied von kritnet, eine der Herausgeberin*innen des Sammelbandes und Professorin am Institut für Kulturanthropologie / Europäische Ethnologie an der Universität Göttingen über einige aktuelle Aspekte der Publikation.

Infos zum Buch auf der Seite von kritnet: http://kritnet.org/2016/grenzregime-3/?from=box-c3

 

 

 

Newroz 2017: Broader Struggles in Nordkurdistan

Der Verein Civaka Azad, das Kurdische Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit, hat von 17. bis 23. März 2017 eine Menschenrechtsdelegation in den Norden der kurdischen Gebiete organisiert. Teil der Reise war das Neujahrsfest Newroz, das als „Fest des Widerstandes, der Freiheit und des Wiedererwachsens“ gefeiert wird. Kurz vor der Abstimmung über die „Präsidialdiktatur“ des türkischen Präsidenten traf die Delegation zahlreiche politische Aktivist*innen, Journalist*innen, Anwält*innen usw. in der Stadt Wan/Van und konnte sich ein Bild von der aktuellen Lage verschaffen, welches in deutschen Mainstream-Medien unsichtbar bleibt. Teilnehmende dieser Delegation berichten im Studio von ihren Eindrücken – und zeigen Handlungsperspektiven auf, die hier ergriffen werden können. Weitere Berichte zu den Treffen vor Ort finden sich auf der Seite des Vereins.

 

 

 

Tracklist

  • Gisbert zu Knyphausen – Immer muss ich alles sollen
  • Bajar – Serhildan
  • Delila Ha – Gerila
  • Serhado – Dakevin Meydana