Mitte – Klasse – Gipfel – Block #162

Die Klassenfrage ent-entsorgen

Gerade ist bei Bertz+Fischer ein kleines Bändchen mit 108 Seiten erschienen, das sich dem „Mythos ‚Mitte'“ widmet – so der Titel. Der Untertitel dazu lautet: „Oder: Die Entsorgung der Klassenfrage“. Der Autor, Ulf Kadritzke, war Soziologieprofessor an der HWR Berlin und kritisiert in dem Buch die Rede von der gesellschaftlichen ‚Mitte‘ für ihren ideologischen Charakter. Es handle sich um eine Formulierung mit „ideologischer Bindekraft“. Der Fokus auf die ‚Mitte‘ konstruiert zuallererst einen bestimmten Ausschnitt der Bevölkerung entlang ihres Einkommens, um ihn nachfolgend zu fokussieren – und andere Bevölkerungsgruppen zu vernachlässigen. Im Gegensatz dazu plädiert Kadritzke dafür, die Klassenfrage und damit die Lohnabhängigkeit an sich wieder in den Blick zu nehmen; auch, weil er darin einen möglichen Erklärungsweg für die Stärke rechtspopulistischer Parteien sieht.

 

 

 

BlockG20 Update

„Der Countdown zum G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 hat begonnen und damit wird sich in vielen Städten bereits auf die Proteste vorbereitet, wenn Trump, Erdogan und Putin nach Deutschland kommen. Aktivisten planen ihre Anreise mit einem Sonderzug aus der Schweiz, sowie Bussen aus der ganzen BRD, Italien, Schweden und Frankreich. Dabei erhalten die Protestvorbereitungen zunehmend größere mediale Aufmerksamkeit. […] Wir freuen uns sehr, wenn Eure Redaktionen über Proteste und Vorbereitungen berichten.“

Der Einladung kommt Radia Obskura sehr gerne nach. Wir haben mit Emily Laquer telefoniert und uns ein Update abgeholt. Sie ist im Sprecher*innen-Team der Großdemonstration am Samstag, 8. Juli 2017 in Hamburg: „Grenzenlose Solidarität statt G20“.

 

 

 

Tracklist

  • The Last Internationale – Fire
  • Swain – Faze Me
  • Insanity Alert – March Of The Mentally Ill
  • Kurt Kreikenbom – The Sun Ain’t Gonna Shine Anymore

Against the G20-Africa-Partnership-Conference // Daily Resistance #161

Against the G20-Africa-Partnership-Conference in Berlin

Kurz bevor Anfang Juli in Hamburg der G20-Gipfel abgehalten wird, findet bereits am 12. und 13. Juni 2017 in Berlin die G20-Konferenz „G20 Africa Partnership – Investing in a Common Future“ statt. In Deutschland wurde als Teil der G20-Präsidentschaft ein „Compact with Africa“ im Sinne eines Marshall-Plans ausgearbeitet. In diesem Fahrwasser ist die Konferenz zu verstehen: Investitionen in die gemeinsame Zukunft wird mit einer kritischen Perpsektive übersetzbar in „Deregulierung, Freihandelszonen und neoliberale Kapitalerschließung“ (http://so36.de/events/fences-for-people-freedom-for-profits/) sowie Zusammenarbeit im Bereich Sicherheit und Überwachung, um Fluchtursachen bzw. „Migrationsdruck“ (BMZ 2017: 27, http://tinyurl.com/kb5hddg) zu bekämpfen. Gegen diese Zusammenhänge wird in den Tagen vor der G20-Afrika-Partnership Conference protestiert, demonstriert, werden verschiedene Aktionen durchgeführt: Info-Veranstaltungen, eine Fahrradrallye, Public Viewings, ein Floß-Frühstück auf der Anarche und schließlich eine Demo und Kundgebung in Berlin-Mitte und vor dem Gasometer in Schöneberg, in welchem die Konferenz stattfinden wird.

Only short time before the G20 summit in Hamburg, the „G20 Africa Partnership – Investing in a Common Future“-Conference will take place in Berlin on June 12 and 13. Within Germany‘s G20-presidency a Marshall plan for Africa („Compact with Africa“) has been worked out. This plan delivers the context for the conference. Investments in a common future can be understood quite critically, though: deregulation, free-trade zones and neoliberal capital accumulation is e.g. what IL (interventionist left) detects behind it. Also, security and surveillance measures are important parts of the ‚cooperation‘ to fight „migration pressure“ (german ministry for economic cooperation and development 2017: http://tinyurl.com/kb5hddg). During the days before the conference, various protests and actions against this plan will take place: info events, a bike rallye, public viewings, a fleet-breakfast and – of course – a manifestation right in front of the Gasometer in Schöneberg, where the coneference is supposed to take place.

 

 

 

Daily Resistance

„Daily Resistance is a periodical newspaper on actual paper written by refugee activists aimed to reach people in lagers. We want to inform them on the state of resistance in germany and to empower them for their everyday resistance against the system.“

So lautet die Selbstbeschreibung der Zeitung Daily Resistance, deren erste Auflage im März 2016, die zweite im August 2016 erschien. Ende 2016 erschien eine Spezialausgabe zu den neu aufgeflammten Protesten in Bayern. Wir sprechen über aktuelle Themen, über die Relevanz selbst Medien zu machen und über Möglichkeiten die Arbeit von und an Daily Resistance zu unterstützen. Daily Resistance ist zwar eine kostenlose Zeitung auf Papier, aber sie ist auch als pdf online abrufbar.

Leider konnte der Vertreter der Zeitung nicht kommen. Wir hoffen, das Interview möglichst nach Erscheinen der 3. Ausgabe nachholen zu können!

This is a self-description of the Newspaper Daily Resistance. The first issue was published in march, the second followed in August 2016. By the end of last year a special issue on newly arising protests in Bavaria/Munich was distributed. We are talking with one of the editors about their current topics, about the relevance of DIY-media channels and on the question: ‚how to support Daily Resistance‘. Daily Resistance is on paper and for free, but you can also read it online in pdf.

Unluckily, the person we invited could not join us in the studio. We hope to come up with the interview after the release of the 3rd issue!

 

 

Tracklist

  • The Brother Moves On – Everything Will Be Okay
  • bandista – Haymatlos
  • Lady Jay Wah & Yasemeen Helwani – Propaganda
  • Tumi and the Volume – Afrique
  • Femi Kuti – Action Time

Seminar für 1000 Verdrängungen der AfD #160

Seminar für angewandte Unsicherheit [SaU]: Die 1000 Augen der Jobcenter II

Die überwachungskritische Gruppe „Seminar für angewandte Unsicherheit [SaU]“ organisiert auch dieses Jahr wieder eine Veranstaltungsreihe. Es geht im zweiten Teil der „1000 Augen der Jobcenter“ um die Verschränkung von Überwachung, Disziplinierung und Ausbeutung. In den drei Veranstaltungen am 18. und 26. Mai sowie am 10. Juni im Stadtteilladen Zielona Gòra in F’hain sprechen Experten über staatliche Zurichtungsversuche und den Widerstand von Erwerbslosen.

 

 

Nachrichten aus Nord-Neukölln von der lunte

Im Stadtteil- und Infoladen „lunte“ im Nord-Neuköllner Schillerkiez wird von der Initiativgruppe Weise 47 versucht, gegen Ausgrenzung und Verdrängung zu organisieren. Die Mieten im Schillerkiez haben sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt. Das Thema ist also mehr als brisant. Ende April gab es eine Kundgebung vor der Weisestraße 47, die seit Jahren leer stehen gelassen wird, anstatt das Haus für die Wohnnutzung freizugeben. Der Termin war zugleich fünfter Jahrestag einer gescheiterten Besetzung. Außerdem gilt es, dem schleichenden und aggressiven Auftreten der Rechten entgegenzutreten. Am 16. Mai soll in der Bar „Schiller’s“ eine Veranstaltung mit einem AfD-Politiker stattfinden, gegen die mobilisiert wird. Das Kneipengespräch ist Teil einer Reihe der Zeitschrift „Kiez und Kneipe“, die mit verschiedenen Politiker*innen stattfindet.

 

 

Tracklist: Janösch

Der HC/Punk-Sound entstammt in dieser Sendung fast ausschließlich der Band Janösch und ihrem taufrischen Erstling unter dem selben Namen, der zum selbstgewählten Preis erstanden werden kann – und zwar unter:

 

Tracklist

  • Janösch – Another Day Another Vicitim
  • Janösch – Selfinflicted Slavery
  • Willi Landl – Batman Robin
  • Janösch – Adventure Trip to Wonderland
  • Rocko Schamoni – Wehr Dich Gegen den Staat

Kritik an Recht / Kritik an Rechten #159

Rechtskritik mit Louis Althusser – Marx-Frühjahrsschule 2017

„Durch die Funktionsweise der Kategorie des Subjekts ruft jede Ideologie die konkreten Individuen als konkrete Subjekte an.[…] Man kann sich diese Anrufung nach dem Muster der einfachen und alltäglichen Anrufung durch einen Polizisten vorstellen: »He, Sie da!« Wenn wir einmal annehmen, daß die vorgestellte theoretische Szene sich auf der Straße abspielt, so wendet sich das angerufene Individuum um. Durch diese einfache physische Wendung um 180 Grad wird es zum Subjekt.“

Diese Stelle aus dem Aufsatz von Louis Althusser mit dem Titel „Ideologie und Ideologische Staatsapparate“ (1970) ist wohl eine der bekanntesten Stellen, wenn nicht die bekannteste aus seinem Werk. Die zweitbekannteste Stelle ist keine Textstelle, sondern eine biografische – und zwar die, an der der marxistische Philosoph, der mehrfach psychiatrisch behandelt wurde, 1980 seine Frau erdrosselte. Soweit so banal, denn diese zwei Hinweise alleine werden ihm und seinen Arbeiten keineswegs gerecht. Gemeinsam mit seinen Schülern (ja, nur Männer..; 1965) erschloss er Marx‘ „Das Kapital“ für die französische Philosophie und erarbeitete in Auseinandersetzung damit (aber auch mit Psychoanalyse, Lingustik oder Antonio Gramscis Werk) Grundzüge einer marxistischen Ideologie- und Staatstheorie.

Welche Relevanz weist Althussers Werk heute auf? Inwiefern hilft uns seine Auffassung von Subjekt, Ideologie und Staat, die Gegenwart besser zu verstehen? Und welche Rolle kommt ihm für die Rechtstheorie und Rechtskritik zu? Um diese und viele Fragen mehr zu diskutieren, lädt die AG Rechtskritik von 5. bis 7. Mai zur III. Marx-Frühjahrsschule mit dem Titel „Rechtskritik mit Althusser“. Was sehr abstrakt und abgehoben klingt, ist in ein zugängliches Workshopformat eingebettet. Ein Reader wird zur Verfügung gestellt, der aber nicht notwendig vorab gelesen werden muss. Drei Panels mit Expert*innen beleuchten einzelne Aspekte des Feldes, ansonsten wird in Gruppen mit verschiedenem Vorkenntnis-Stand gelesen und der Reader gemeinsam erschlossen. Die Tagung kann für 10 Euro besucht werden und findet in der Schule für Erwachsene (SfE) in den Mehringhöfen in X-Berg statt.

https://rechtskritik.wordpress.com/

 

 

Kein Platz der AfD in Berlin-Pankow am 1. Mai!

Mal was andres am 1. Mai? Na, los geht‘s! Maximilian Schirmer, Mitglied des BVV in Berlin-Pankow (LINKE) berichtet von der geplanten Veranstaltung der AfD – und den geplanten Protesten dagegen..

„Für den 1. Mai plant die AfD ein Fest im Bürgerpark Pankow. Bratwurststände, Hüpfburg und Bühnenprogramm mit Reden der AfD-Prominenz sollen die Parteibasis auf den kommenden Wahlkampf einschwören. Wir werden diese Show nicht unkommentiert lassen und rufen dazu auf am 1. Mai gegen die Rechten zu protestieren.
1. Mai 2017 | ab 12:30 Uhr | Bürgerpark Pankow
In und um den Park: Gegenprotest, Kundgebungen, Infostände
Anreise: 11.30 Uhr, S-Bhf. Gesundbrunnen (Gleis 4)“

Aufrufende Gruppen für den 1. Mai in Pankow: Aufstehen gegen Rassismus Berlin (AGR), Berliner Bündnis gegen rechts (BbgR), Chili – Treptow-Köpenick, Deutsche Kommunistische Partei Berlin (DKP), Die LINKE, Solidarische Jugendbewegung (SJB), North East Antifa (NEA)

https://linksunten.indymedia.org/de/node/210418

 

 

Tracklist

  • Lianne Hall – The Caretaker
  • Christiane Rösinger – The Joy of Aging

Border Struggles / Broader Struggles #158

Summer of Migration: Grenzregime und Border Struggles

Unter dem Titel „Grenzregime 3 – Der lange Sommer der Migration“ ist Ende 2016 bei Assoziation A ein Sammelband mit etwa 20 Beiträgen zu ebendiesem Thema erschienen. Für den Band zeichnet kritnet, das Netzwerk für kritische Migrations- und Grenzregimeforschung, verantwortlich. Die Autorinnen und Autoren der Texte eint eine Perspektive der „border struggles“, die „Flucht_Migrierende“ in ihrem (politischen) Handeln untersucht und richtet sich damit theoretisch, empirisch und strategisch gegen ihre medial überpräsente Darstellung als ‚Hilflose‘ oder ‚Hilfsbedürftige‘. Wir telefonieren mit Sabine Hess, Mitglied von kritnet, eine der Herausgeberin*innen des Sammelbandes und Professorin am Institut für Kulturanthropologie / Europäische Ethnologie an der Universität Göttingen über einige aktuelle Aspekte der Publikation.

Infos zum Buch auf der Seite von kritnet: http://kritnet.org/2016/grenzregime-3/?from=box-c3

 

 

 

Newroz 2017: Broader Struggles in Nordkurdistan

Der Verein Civaka Azad, das Kurdische Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit, hat von 17. bis 23. März 2017 eine Menschenrechtsdelegation in den Norden der kurdischen Gebiete organisiert. Teil der Reise war das Neujahrsfest Newroz, das als „Fest des Widerstandes, der Freiheit und des Wiedererwachsens“ gefeiert wird. Kurz vor der Abstimmung über die „Präsidialdiktatur“ des türkischen Präsidenten traf die Delegation zahlreiche politische Aktivist*innen, Journalist*innen, Anwält*innen usw. in der Stadt Wan/Van und konnte sich ein Bild von der aktuellen Lage verschaffen, welches in deutschen Mainstream-Medien unsichtbar bleibt. Teilnehmende dieser Delegation berichten im Studio von ihren Eindrücken – und zeigen Handlungsperspektiven auf, die hier ergriffen werden können. Weitere Berichte zu den Treffen vor Ort finden sich auf der Seite des Vereins.

 

 

 

Tracklist

  • Gisbert zu Knyphausen – Immer muss ich alles sollen
  • Bajar – Serhildan
  • Delila Ha – Gerila
  • Serhado – Dakevin Meydana

hyper-links #157

apabiz – antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin e.V.

Das apabiz entstand in den 1980er-Jahren und feierte 2016 als Verein seinen 25. Geburtstag. Schwerpunktmäßig arbeiten die überwiegend ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen zur extremen Rechten. Sie betreiben das umfangreiche Archiv in Kreuzberg, das von antifaschistisch Aktiven für Recherchen genutzt werden kann und bearbeiten konkrete Anfragen zur extremen Rechten in Deutschland nach 1945. Im Kontext der Berliner Senatswahlen lieferte das apabiz umfangreiche Analysen zur Position der AfD im Netzwerk rechter Gruppierungen. Zuletzt wurde eine Analyse extrem rechter und asylfeindlicher Straßenproteste in Berlin im Jahr 2016 veröffentlicht. Wir sprechen mit Mitarbeiter*innen des apabiz über ihre aktuellste Arbeit, insbesondere im Hinblick auf die jüngste rechte Gewalt in Berlin(-Neukölln).

 

 

Workshop „Material und Begriff. Arbeitsverfahren und theoretische Beziehungen Walter Benjamins“

Von 24.- 26. März 2017 findet im Zentrum für Literatur- und Kulturforschung in Berlin eine Tagung zu einem Aspekt von Walter Benjamins Arbeiten statt, der in der weiten Rezeption vernachlässigt wird: seine konkrete Arbeit am Material und an den Begriffen in der „Auseinandersetzung mit [Texten von] politischen Gruppierungen und sozialen Bewegungen“. Wir sprechen mit Nicos Tzanakis-Papadakis und Frank Voigt, zwei der Organisatoren der Tagung, über das ‚Andere‘ der Vorgehensweise, Lesarten und über Walter Benjamin, den politischen Intellektuellen.

 

 

The Platypus Affiliated Society

„Platypus is a project for the self-criticism, self-education, and, ultimately, the practical reconstitution of a Marxian Left. At present the Marxist Left appears as a historical ruin. […] Our task is critique and education towards the reconstitution of a Marxian Left. Platypus contends that the ruin of the Marxist Left as it stands today is of a tradition whose defeat was largely self-inflicted […]. If the Left is to change the world, it must first transform itself!“ (Text von der Platypus-Homepage)

Dieser Vorgabe folgt die internationale Platypus Affiliated Society „durch das Medium gegenseitiger Kritik und Bildung“ in ihrer Arbeit durch Vorträge, Diskussionen, Lesekreise – und auch in der dritten „European Conference“, die Mitte Februar in Wien stattfand. Darüber und über Perspektiven linker Theorie befragen wir eine Vertreterin des Platypus-Chapters Berlin – in englischer Sprache.

 

Lucas Norer: The Lisbon Route Project

Im Verlauf der Sendung werden Auszüge des Klangkunstprojekts The Lisbon Route Project des Künstlers Lucas Norer zu hören sein, in dem es um Flucht und Exil geht – insbesondere um die Fluchtroute aus Nazi-Deutschland nach Portugal und weiter, die auch Walter Benjamin bis Portbou an der französisch-spanischen Grenze genommen hat.

 

Tracklist

  • Iggy Pop – German Days
  • The Minor Victories – Higher Hopes
  • und Exzerpte von: Lucas Norer – „The Lisbon Route Project“

Watch & Leak & Sabotage #155

Justiz Watch

Mitglieder der Gruppe Justiz Watch sind bei uns im Studio und sprechen mit uns über ihre Arbeit, institutionellen Rassimus im Justizapparat sowie laufende Fälle, die von der Gruppe beobachtet werden.

Aus der Selbstbeschreibung:

„Wir sind eine Gruppe, die sich mit dem Thema Rassismus in der Justiz auseinandersetzt. Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Durchführung und Auswertung von Prozessbeobachtungen in Berlin.

Die kritische Rassismusforschung versteht Rassismus als Phänomen, das auf allen gesellschaftlichen Ebenen wirkt. Und dennoch gibt es gegenwärtig in der Bundesrepublik kaum wissenschaftliche Literatur und keine größeren Forschungsprojekte zum Thema „Rassismus in der Justiz“. […]

Die Projekte ReachOut (Berliner Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt) und KOP (Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt) sammelten in ihrer langjährigen Arbeit mit Betroffenen viele Erfahrungen mit Rassismus in der Justiz. Daraus entstand die Idee, eine Arbeitsgruppe zu gründen, die zu dem Thema Rassismus und Justiz arbeitet und somit aufzeigt, dass Rassismus auch im deutschen Justizsystem ein Problem darstellt. JUSTIZWATCH besteht seit Anfang des Jahres 2014 und beobachtet und dokumentiert in Kooperation mit ReachOut und KOP regelmäßig Prozesse vor allem in Berlin.“

 

 

Berlin Leaks

Berlin Leaks bietet ein klassisches Whistleblower-Portal, wie wir das von anderen Stellen her kennen als Anlaufstelle, um Menschen möglichst anonymisiert die Möglichkeit zu bieten, vertrauliche Dokumente zu veröffentlichen. Warum das sinnvoll sein kann, ob das wirklich sicher ist und warum es für Berlin ein eigenes Portal braucht – diese und einige Fragen mehr werden wir im Studio mit einem Vertreter diskutieren. Zur Vorwarnung: Das Gespräch wird auf englisch stattfinden.

Ein Auszug von der Website:

„Wir sind eine kleine Gruppe von Leuten, die Zeit investieren, wenn wir können. Wir haben keine Finanzierung. Wir haben kein Büro.

Wenn du glaubst, mit dem Mittel des investigativen Journalismus die Politik zu formen oder du denkst das Informationen frei sein sollten, dann komm und mach mit.

Aktuell suchen wir: […]“

 

 

Infos zur Berliner Anti-G20-Vollversammlung vor dem G20-Gipfel in Hamburg

2017 hat die Bundesrepublik Deutschland den Vorsitz der G20-Gruppe übernommen und richtet das Gipfeltreffen entsprechend im eigenen Land aus. Die offizielle Seite der Hansestadt Hamburg beschreibt den dort am 7. und 8. Juli 2017 anstehenden Gipfel unter anderem so:

„Der Hamburger Gipfel wird das erste Treffen der G20 in einem Industrieland nach der Verabschiedung der Globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDG) durch die Vollversammlung der Vereinten Nationen im September 2015 sein. Der Senat wirbt dafür, dass das Treffen der Staats- und Regierungschefs in Hamburg auch ein Signal für eine gerechte Gestaltung der Globalisierung aussendet.“

Diesen versöhnlichen Worten trauen radikale Kritiker*innen freilich wenig, heftige Proteste sind also zu erwarten, daher weiter die Hamburger Stadtverwaltung:

„Eins ist klar: Die Erfahrungen früherer G20-Gipfeltreffen zeigen, dass es Einschränkungen und Behinderungen für die Hamburgerinnen und Hamburger geben wird. […] Wie stark diese Einschränkungen für welchen Zeitraum sein werden, […]“

…wird unter anderem davon abhängen, wie heftig die Proteste ausfallen werden. Mobilisierung und Vorbereitungen laufen an, am 28.1. fand eine Vollversammlung in den Berliner Mehringhöfen statt, über deren Ergebnisse und Perspektiven wir mit einer der Orga-Gruppe sprechen werden.

Ein Auszug von der Website der „Autonom-anarchistische[n] AntiG20-Vernetzung Berlin“:

„Verhandelt wird der gemeinsame globale Rahmen, in dem sich Herrschaft und Ausbeutung vollziehen. Stabilisiert wird eine Welt der Kriege, patriarchaler Gesellschaften und kolonialer Kontinuität, eine Welt der kapitalistischen Vernichtung unserer menschlichen und ökologischen Lebensgrundlagen. Lasst uns diskutieren, war wir diesem G20-Gipfel entgegensetzen können und wollen!“