1976. Die DDR in der Krise (Buch) – Karsten Krampitz im Gespräch

(Verlagstext / Verbrecherverlag) Es hätte so schön sein können: Vor vierzig Jahren wurde der Palast der Republik eröffnet. Bei den Olympischen Sommerspielen in Montreal errang die DDR vierzig Goldmedaillen, der »Arbeiter- und Bauernstaat« war zur olympischen Weltmacht aufgestiegen. Erich Honecker löste Willi Stoph im Amt des Staatsratsvorsitzenden ab und war nun auch nominell der erste Mann im Staat. Und doch war das Jahr 1976 eine Zäsur in der Geschichte der DDR. Ein Erosionsprozess nahm seinen Anfang, der schließlich den SED-Machtapparat einstürzen ließ…

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ORFEO mit Glanz & Krawall

Nicht gewöhnlich: In der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité-Universitätsmedizin Berlin, Campus Mitte, spielt ab der nächsten Woche die Glanz & Krawall ihr Musiktheaterperformance ORFEO nach Monteverdi angelehnt an die Fassung von Carl Orff. Wieso und warum und was es dort zu sehen gibt – Wir haben mit Marielle Sterra und Dennis Depta von Glanz & Krawall darüber gesprochen.

Die Flüchtlingssituation in der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak

In der letzten Woche war eine Gruppe von vier Europaabgeordneten aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich und Portugal in der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak rund um die Hauptstadt Erbil unterwegs, um sich über die Flüchtlingssituation vor Ort zu informieren. Rund um Erbil gibt es tausende Flüchtlinge, die dorthin vor dem IS geflohen sind. Die Flüchtlinge bekommen nur wenig Hilfe von der kurdischen und keine Hilfe von der irakischen Regierung. Es gibt wenig zu Essen, kaum sauberes Trinkwasser und kaum medizinische Versorgung. Die Situation ist dramatisch. Wir sprechen mit Cornelia Ernst, DIE LINKE – Mitglied des Europäischen Parlaments, die in Erbil vor Ort war.

Der achte Todestag von Hrant Dink

Hrant Dink war wahrscheinlich der bekannteste armenische Journalist in der Türkei. Vielleicht auch deswegen, weil er sich beim Schreiben immer ans türkische Volk wandte. Er verlieh der armenischen Community in der Türkei eine Stimme und erinnerte in der Öffentlichkeit immer an den Genozid der Türken an den Armeniern vor 100 Jahren. Am 19. Januar 2007 wurde er vor dem Büro der armenischen Zeitschrift AGOS von einem 17jährigen türkischen Nationalisten erschossen. Er sah durch Äußerungen von Dink das Türkentum beleidigt. Es gibt viele Indizien dafür, dass der Mord von Hintermännern geplant wurde. Doch bis heute wurde das nicht aufgeklärt. Vergangenen Montag gingen zum Gedenken an Hrant Dink in der Türkei tausende Menschen auf die Straße. So auch in Istanbul. Wir waren vor Ort und haben uns umgehört.

Der gescheiterte Anti-Faschismus der SED – Rassismus in der DDR

Für 40 Jahre DDR sind über 8.600 neonazistische, rassistische und antisemitische Propaganda- und Gewalttaten belegt. Wie kann es zu so einer Zahl kommen, in einem Land, das sich nach außen immer als das bessere, das antifaschistische Deutschland darstellte. Aber: Antisemitismus und Rassismus gehörten zum öffentlichen Leben in der DDR, wurden aber von Partei und Regierung verleugnet, ignoriert oder dem Westen zugeschoben. Warum war das so? Wir reden dazu mit Dr. Harry Waibel, der mit seinem neu erschienen Buch „Der gescheiterte Anti-Faschismus der SED – Rassismus in der DDR“ versucht, der Sache auf den Grund zu gehen.

Die Grenzen der juristischen Aufklärung im Fall des NSU

Wo liegen die Grenzen der juristischen Aufklärung im Fall der NSU? Was wussten die staatlichen Stellen? Wie groß ist deren Beitrag zur Entstehung des NSU? Wer gehörte alles zum NSU? Was kann die Nebenklage überhaupt zur Aufklärung des Falles beitragen? Dazu reden wir mit Peer Stolle, Anwalt der Nebenklage im NSU-Prozess. Wir haben ihn zuerst gefragt, warum das Brandenburger Innenministerium verhindern will, dass der ehemalige V-Mann „Piatto“ (Carsten Sz.) vor dem Oberlandesgericht im NSU-Prozess gehört werden soll?