Pegida in Dresden – Gespräch mit Jule Nagel (MdL Sachsen, DIE LINKE)

Sie nennen sich selbst Patriotische Europäer gegen Islamisierung. Kurz Pegida. Seit mehreren Wochen schon demonstrieren sie jeden Montagabend in Dresden. Gegen eine angebliche „Islamisierung des Abendlandes“ kamen letzten Montag zehntausend. Warum in einem Bundesland, dass einen Anteil von 0,1 % Muslimen in der Bevölkerung hat, gegen eine angebliche Islamisierung demonstriert wird, bleibt ein Rätsel. In der Presse hat es den Anschein, dass neben den üblichen verdächtigen Neonazis auch ganz viele „normale Bürger“ dort demonstrieren, die eine imaginäre Angst umtreibt. Angst vor Fremden und Angst vor Minderheiten, die den „normalen Deutschen“ die Wohnungen, die Arbeitsplätze und die Frauen wegnehmen. Sogar die sächsische Landesregierung ließ sich nicht lumpen und verabschiedete ein Gesetz, das vorsieht, kriminelle Ausländer schnell abzuschieben. Und das obwohl es in Sachsen so gut wie gar keine Ausländerkriminalität gibt. Was ist da los? Das fragen wir Jule Nagel, Abgeordnete DIE LINKE im sächsischen Landtag.

 

Hamburger LKA vs. Pressefreiheit

Im Hamburger Radio Freies Sender Kombinat spitzelte viele Jahre eine Beamtin des Stasstschutzes vom Landeskriminalamt Hamburg. Das wurde erst vor wenigen Wochen durch einen Zufall bekannt. Der Einsatz einer verdeckten Ermittlerin bei einem Freien Radio ist ein schwerstmöglichster Angriff auf die Rundfunkfreiheit in Deutschland. Alle Grundsätze der Pressefreiheit wurden außer Kraft gesetzt. Ein Grund für uns, bei den Werner vom FSK in Hamburg nachzufragen, was jetzt weiter geschieht. Als erstes haben wir ihn gefragt, wie die Frau aufgeflogen ist, die das FSK bespitzelt hat.

Mediale Hetze gegen die GDL

Die Arbeitgeber haben in den letzten Jahren mit Hilfe der Politik die Spaltung der Belegschaften vorangetrieben. Scheinselbstständigkeit, Leiharbeit und befristete Arbeitsverträge sind mittlerweile gängige Praxis. Die Folge ist eine Zerklüftung der Tariflandschaft. Um so seltsamer erscheint es da, dass die Bahn AG jetzt im Tarifstreit mit der GDL vor einer Spaltung der Belegschaft warnt. Doch gerade die GDL tritt in ihrem Streik für die sogenannten „kampfschwachen Kollegen“ (u.a. Bordkellner) ein. In den letzten Tagen gab es wegen dem Bahnstreik eine mediale Hetze gegen die GDL. Eine vierbuchstabige Zeitung veröffentlichte gar die Telefonnummer vom Bundesvorsitzenden der GDL, Claus Weselsky.

Wir fragen beim Bezirksvorsitzenden der GDL Berlin-Sachsen-Brandenburg, Frank Nachtigall, nach, wie er die Medienberichterstattung über den Streik und die GDL in den letzten Tagen wahrgenommen hat.

 

Alternativlos alternativ – Hermann L. Gremliza liest

seine neueste Konkret Kolumne über die ideelle deutsche Gesamtpartei.

Im Anschluss daran Deutschlandfunk mit Hermann L. Gremliza und Werner P. vom Freies Sender Kombinat Hamburg. Wir haben Hermann Gremliza gefragt, was er am 9. November 1989 gemacht und gedacht hat.

 

Blackface und das deutsche Kulturfernsehen. Brief an die „Druckfrisch“- Redaktion

Ein Brief zu Denis Schecks Blackface- Performance und den anschließenden Stellungnahmen von Denis Scheck und der „Druckfrisch“- Redaktion.

Sehr geehrte Redaktion!

Ihre Stellungnahme zu dem Beitrag „Denis Scheck über Sprachexorzismus“ aus der Sendung vom 27. Januar 2013 lässt mich ratlos zurück. Sie verweisen tatsächlich auf eine Hamburger Othello- Inszenierung von 1976, um zu rechtfertigen, dass Denis Scheck 2013 in einem völlig anderen Kontext eine völlig anders geartete Blackface- Einlage zum Besten gibt?

Ich finde, dass man in der Sache, um die es in Herrn Schecks Kommentar ging, nämlich ob Begriffe in Kinderbüchern geändert werden sollen oder nicht, durchaus diskutieren kann. Ich glaube Ihnen auch, dass Herrn Scheck und der Redaktion nicht bewusst war, was man heute mit einer schlechten Minstrel- Show- Imitation im öffentlich-rechtlichen Fernsehen auslösen kann. Herr Scheck hat ja im Interview im Deutschlandfunk versucht, zu erklären, dass er wie im Karneval oder eben als eine Figur aus einem Kinderbuch habe auftreten wollen. Und dass er gar nicht mitbekommen habe, dass es eine Blackfacing- Diskussion gebe und es nicht sein könne, dass amerikanische moralische Werte auf die Welt ausgeweitet würden.

Das wirkt auf mich mindestens sehr unbedarft. Kann es wirklich sein, dass Herr Scheck und auch Ihre Redaktion noch so ungefähr im besagten Jahr 1976 leben? Dann möchte ich Sie gern einladen, eine kleine Zeitreise in das Jahr 2013 anzutreten, wo viele  Zahlende von Rundfunkgebühren „satirische“ rassistische Stereotypisierungen nicht mehr einfach hinnehmen, sondern heftig darauf reagieren. Das sind keine amerikanischen moralischen Werte. Kontext und Konnotation eines Begriffs oder eines Stilmittels ändern sich auch in Deutschland. Und auch in Deutschland leben viele Menschen, die sich durch Blackfacing diskriminiert fühlen und deren Erfahrungen man zu respektieren hat. Das könnte man vielleicht anerkennen und sich bei den Betreffenden entschuldigen, statt sich nur zu rechtfertigen und dabei auch noch plumpen Antiamerikanismus durchschimmern zu lassen.

Nein, es muss nicht „möglich sein, auch im Fernsehen das Theatermittel der schwarzen Schminke einzusetzen“ und das auch noch mit weißen Handschuhen und passender Musik zu ergänzen, um das Ganze besonders albern und minstrel- artig aussehen zu lassen. Und es ist keine Entschuldigung, direkt oder indirekt zu sagen, man sei ja ahnungslos gewesen und das Problem seien sowieso die Anderen, die politisch Überkorrekten, die von US- amerikanischen Werten Beeinflussten.

Das finde ich beschämend, unsensibel und arrogant.

Ich persönlich fordere keine Entschuldigung von Herrn Scheck, da ich nicht zu den durch solche Verzerrungen Diskriminierten gehöre. Ich fordere aber Herrn Scheck und auch die Redaktion auf, das Problem des Alltagrassismus und der eigenen rassistischen Wahrnehmungs- und Handlungsmuster ernst zu nehmen und es wenigstens zu diskutieren und sich kritisch selbst zu hinterfragen, statt auf allen Kanälen unreflektierte Rechtfertigungen zu verbreiten. Dabei hoffe ich, dass das redaktionsintern nach einer solchen Publikumsreaktion schon lange passiert ist. Ich selbst muss mich als Weiße in einer weißen Mehrheitsgesellschaft auch immer wieder mit meinen eigenen verinnerlichten Rassismen auseinandersetzen, und ich erwarte von der Redaktion einer Kultursendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen das gleiche.

Mit freundlichen Grüßen,
A. Hartmetz

Zum Nachlesen und Nachhören hier die Stellungnahme der ARD und Denis Schecks Interview im Deutschlandfunk

Refugeecamps in Berlin

Zwei Gespräche bei Radia Obskura mit Flüchtlingen der Refugeecamps am Pariser Platz (Brandenburger Tor) und Oranienanienplatz in Kreuzberg.

Gespräch vom 31. Oktober mit zwei Frauen aus dem Sudan und dem Iran.

Refugee Women tell their Story about Hunger Strike, protest at Nigerian Embassy and at Flüchtlingsheim in Waßmannsdorf. Im Hungerstreik, bei Botschaftsbesetzungen, vor den Flüchtlingsheimen – 2 Frauen aus Sudan und Iran erzählen, warum sie dabei sind, wie sie sich organisieren und was ihnen Mut macht. Studiogespräch in Englisch. Refugee Protest – Hungerstriking, protesting in Nigerian ambassy and at Flüchtlingsheim in Waßmannsdorf… 2 women from Sudan and Iran are telling their story – why they are joining, how they organize and what encourages them.

Gespräch am 18. Oktober mit Hamid und Patras. Aktuelles vom Refugee Protest Camp auf dem Oranienplatz in Berlin Kreuzberg. Wir reden mit Patras und Hamid aus dem Camp. Dazu gibt es Hörschnipsel von der großen Demo für Flüchtlingsrechte am vergangenen Wochenende und von den Ereignissen der letzten Tage. Das Gespräch ist größtenteils auf Englisch.

„Absurde Situation“ – Das Medienmagazin von radioeins zur Neuvergabe auf der 88vier

(verlinkte Audio-Quelle: rbb; radioeins; auch unter http://www.wwwagner.tv/?p=14661)

Paul Motikat von Pi Radio war zu Gast im Medienmagazin von radioeins und sprach mit Jörg Wagner über die absurde Situation, in der sich die Berlin/Brandenburger Freien Radios befinden.

Zu dem Interview gibt es noch zwei weitere Gespräche aus dem Jahre 2000 und 2002. Eins mit dem Radiomacher und Buchautoren Harald Hahn sowie ein anderes mit dem damaligen und auch heutigen medienpolitischer Sprecher der Berliner SPD, Frank Zimmermann. Beide Gespräche machen deutlich, dass sich in Berlin in den letzten zehn Jahren fast nichts bewegt hat.

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