Anschlag auf den Mannschaftsbus von Fenerbahce Istanbul – Gespäch mit Özcan Mutlu (MdB, Bündnis 90/Die Grünen)

Auf den Mannschaftsbus von Fenerbahce Istanbul ist in der vergangenen Woche nach dem Auswärtsspiel bei Trabzonspor Kulübü ein Anschlag verübt worden. Unbekannte schossen auf den Fahrer des voll besetzten Busses. Der Fahrer wurde schwer verletzt. Dem Zufall ist es zu verdanken, dass es keine weiteren Verletzten und Toten gab. Fenerbahces Vizepräsident Mahmut Uslu sagte dazu: „Man wollte unsere Spieler töten“. Wegen dem Anschlag wurde in der vergangenen Woche sämtliche Spiele der Süper Lig (erste türkische Liga) abgesagt. Fenerbahce hat direkt nach dem Vorfall ein Aussetzen der gesamten Süper Lig bis zur Aufklärung des Falls gefordert. Der Klub überlegt jetzt, bis zur Klärung des Falles seinen Spielbetrieb einzustellen. Zu den Hintergründen des Anschlags sprachen wir mit Özcan Mutlu (MdB, Bündnis 90/Die Grünen). Zuerst haben wir ihn gefragt, wer hinter diesem Anschlag steckt.

 

Der achte Todestag von Hrant Dink

Hrant Dink war wahrscheinlich der bekannteste armenische Journalist in der Türkei. Vielleicht auch deswegen, weil er sich beim Schreiben immer ans türkische Volk wandte. Er verlieh der armenischen Community in der Türkei eine Stimme und erinnerte in der Öffentlichkeit immer an den Genozid der Türken an den Armeniern vor 100 Jahren. Am 19. Januar 2007 wurde er vor dem Büro der armenischen Zeitschrift AGOS von einem 17jährigen türkischen Nationalisten erschossen. Er sah durch Äußerungen von Dink das Türkentum beleidigt. Es gibt viele Indizien dafür, dass der Mord von Hintermännern geplant wurde. Doch bis heute wurde das nicht aufgeklärt. Vergangenen Montag gingen zum Gedenken an Hrant Dink in der Türkei tausende Menschen auf die Straße. So auch in Istanbul. Wir waren vor Ort und haben uns umgehört.

Radia Obskura: Temporär #105

== Vorschläge

„Das einzige was steht ist Telefoninterview mit Jule Nagel. Die einzige Frau, die gegen die CDU in Sachsen gewonnen hat! „Die personifizierte Steinewerferin“

Und ich mach was zu Thorsten Mattuschka. Den Unioner Fußballgott (war dort 9 Jahre), der seit Montag wieder in Cottbus seiner und meiner Heimat spielt!“ – Dein Depta

== Musik

  1. Chuckamuck – Mach die Augen auf (Im Knast – 2014)
  2. Gunter Gabriel – Es steht ein Haus im Kosovo
  3. Human League – Being Boiled (Lost Version – 1978)
  4. Gabi Delgado – Komm Schnell (Soundcloud – 2014)
  5. Strip Down – Oui (Soundcloud – 2014)
  6. Песняры – Косил Ясь (Песня-72)
  7. Кола Бельды – Ханина Ранина
  8. Nozinja – Tsekeleke : Vocal Mix (Soundcloud – 2014)
  9. UZIMON – Steven Seagal 2.0 (Official Music Video)

Außer Tränengas und Gummigeschossen nichts gewesen?

Die Proteste rund um den Gezi-Park in der Türkei sind abgeebbt. Trotzdem passiert in der Türkei immer noch eine Menge. Darüber wird aber in den hiesigen Medien nicht berichtet. Warum eigentlich nicht? Deswegen schauen wir zusammen mit Historikerin Funda Soysal zurück auf das, was passiert ist. Und wir sprechen über die neuen Aktionsformen (z.B. das großflächige Bemalen von Treppen in Istanbul) des Protestes. Hier hören.

Ein Wochenende im Gezi Park

Was mit einer Platzbesetzung gegen die Abholzung der Bäume im Gezi Park begann, entwickelte sich schnell zu einer landesweiten gesellschaftlichen Revolte, bei der hunderttausende Menschen gegen die Regierung Tayyip Erdogans aufbegehrten. Wie kam es zu dieser Entwicklung? Wer waren diese Leute? Was war das besondere und vielleicht auch einmalige an diesem Platz?

Wir waren vor und während der Räumung im Gezi Park unterwegs und haben mit den Menschen dort gesprochen. Wir hätten gern noch mit mehr Leuten gesprochen, doch die brutale Räumung des Platzes verhinderte dies. Ein Radio-Feature von Felix Hartung und Jörg Depta. Hier hören.